Küchenumbau

Sorgfältiges Design

Der Basler Architekt Florian Stroh bewahrt den Charakter des Altbaus und integriert ihn in eine moderne, funktionale Küche, in der Ästhetik und Ergonomie Hand in Hand gehen.

In einem hundert Jahre alten Stadthaus am grünen Rand von Basel entstand im Rahmen eines Umbaus eine Küche, die sich bewusst vom Trend zur offenen Wohnküche abgrenzt.
In einem hundert Jahre alten Stadthaus am grünen Rand von Basel entstand im Rahmen eines Umbaus eine Küche, die sich bewusst vom Trend zur offenen Wohnküche abgrenzt.

Dieser Küchenumbau in Basel war weit mehr als eine funktionale Modernisierung. Für den Architekten Florian Stroh war es die Chance, einen Raum neu zu denken – und zugleich eine Herausforderung.

Altbau trifft Moderne 
Die Küche befindet sich in einem Einfamilienhaus aus den 1930er-Jahren, einem Altbau mit klar gegliederten Räumen, dicken Mauern und tiefen Fensterlaibungen. «Wir wollten die vorhandene Struktur respektieren und nicht einfach alles aufreissen», erklärt er. Stattdessen wurde die Küche bewusst in die bestehende Raumaufteilung eingefügt: Wände blieben erhalten, Türen und Stuckelemente rahmen die moderne Gestaltung ein. So entsteht ein Raum, der Altbaucharme und zeitgemässe Funktionalität vereint. 

Mit nur 15 Quadratmetern ist die Küche kompakt und jeder Handgriff wurde minutiös bedacht. Die Arbeitsflächen bestehen aus robustem Taj-Mahal-Quarzit, die Fronten aus warmem Nussbaum – Materialien, die über Langlebigkeit, Sinnlichkeit und Haptik verfügen. Der Boden aus fugenlosem, geschliffenem Terrazzo nimmt die Farbnuancen der anderen Materialien auf und erzeugt eine ruhige, harmonische Basis. Der Kühlschrank und die Geräte sind grösstenteils hinter den Fronten verborgen, nur der Ofen und der Dampfgarer sind sichtbar. Ausziehbare Schubladen, integrierte Beleuchtung und clevere Stauraumlösungen machen die Küche ergonomisch und zweckmässig. «Funktionalität ist kein Kompromiss, sondern Teil des Designs», sagt Florian Stroh. 

Interdisziplinäre Erfahrung 
Die Idee für die Küche entstand aus einer persönlichen Erfahrung: Ein Tag in der Sterneküche von Tanja Grandits in Basel zeigte dem Architekten, wie wichtig Ruhe, Konzentration und klare Strukturen für gutes Kochen sind. Diese Erfahrung überträgt er auf den Umbau. Die Küche ist bewusst als Rückzugsraum gestaltet. Sie ist ein Ort der Selbstfürsorge, an dem man sich ganz auf das Kochen konzentrieren kann, ohne Ablenkung durch Gäste oder Medien. 

Während des Entwurfsprozesses wurden unzählige Details getestet und entschieden: von der Rasterung der Fronten, die Tiefe und Struktur aufnehmen, ohne historisierend zu wirken, bis hin zur exakten Abstimmung der Materialien auf den Altbaubestand. Trotz der technischen Herausforderungen – millimetergenaue Anpassung an die dicken Mauern, kaum Toleranzen im Bestand – verlief die Umsetzung reibungslos. 

Das Ergebnis ist eine Küche, die Design, Materialität und Funktionalität auf höchstem Niveau vereint. Jeder Bereich ist durchdacht, jeder Handgriff sitzt intuitiv. Gleichzeitig vermittelt sie Ruhe, Wärme und Konzentration – ein Ort, der inspiriert, ohne aufdringlich zu wirken.

Das Projekt «Care» von der Studio Ne GmbH und der KM Küchenstudio GmbH wurde bei den Swiss Kitchen Awards mit Bronze in der Kategorie «Bester Küchenumbau» ausgezeichnet.

Studio Ne GmbH

Die Küche wurde mit einer neu angelegten Terrasse ebenerdig mit dem Garten verbunden.
Die Küche wurde mit einer neu angelegten Terrasse ebenerdig mit dem Garten verbunden.
Geöltes Nussbaumholz, Terrazzoboden, Naturstein und ein ruhiges Frontenraster prägen den Raum.
Geöltes Nussbaumholz, Terrazzoboden, Naturstein und ein ruhiges Frontenraster prägen den Raum.

Mehr Inspirationen fürs Umbauen und die Gestaltung gibt es in der Ausgabe 2/26 vom Magazin HÄUSER MODERNISIEREN.

Text: Fiona Scotoni, Fotos: Daisuke Hirabayashi
aus dem Magazin: Häuser modernisieren, Zeitschrift Nr. 2/2026

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