Was liegt im Trend – ein Platten- oder Parkettboden? Wir haben zwei Bodenspezialisten von Sabag gefragt, auf was Kunden bei der Auswahl achten sollten und was gerade «in» ist.


Welcher Holzboden liegt aktuell im Trend?
Marc Spielmann, Produktmanager Parkett bei Sabag: Parkett, vor allem in Wohnräumen, ist nach wie vor gefragt. Besonders in repräsentativen Räumen wird es einsetzt, um Atmosphäre und Stil zu unterstreichen. Dabei ist Eiche schon lange die am häufigsten verwendete Holzart. Ganz allgemein zeichnen sich Trends in neuen Farben oder Spezifikationen ab. Ein gutes Gespür für den Markt wird bei der Beratung vorausgesetzt, und wir versuchen, die Kundenbedürfnisse zu verstehen und auf sie einzugehen. Anhand von Indikatoren und Statistiken lässt sich nachvollziehen, wie sich der Markt entwickelt.
Welche Faktoren beeinflussen die Bodenauswahl?
Marc Spielmann: Einige Kunden wünschen sich naturbelassenes Holz ohne künstliche Eingriffe oder pigmentierte Öle. Sie möchten den rustikalen Charakter hervorheben. Andere bevorzugen es eher dezent und zurückhaltend. Entscheidend ist auch das Format: Wir bieten grössere und kleinere Dielen an. Im Standardbereich lassen sich bestimmte Eigenschaften nicht individuell bestimmen. Im Custom-Bereich hingegen können wir gezielt auf die Wünsche der Kunden eingehen. Auch die Oberfläche kann individuell gestaltet werden. Das Holz kann zum Beispiel ausgebürstet werden, um Struktur und Maserung hervorzuheben. Im Beratungsgespräch ist es wichtig, die richtigen Fragen zu stellen. Herkunft, Holzqualität und Oberflächenbehandlung entscheiden darüber, wie langlebig das Produkt ist. Am Ende ist oftmals der Preis entscheidend. Dieser sollte im Verhältnis zur Materialqualität, Verarbeitung und Herkunft stehen.
Wie langlebig sind Parkettböden?
Marc Spielmann: Von einem Parkettboden darf man eine Lebensdauer von mindestens 15 Jahren erwarten. Es kommt darauf an, wie er gebraucht und gepflegt wird. Dies kann ein paar Jahre ausmachen. Ein Parkettboden ist wie eine Haut. So wie man jeden Tag Gesichtscreme aufträgt, braucht auch der Boden die passende Pflege, um langfristig schön zu bleiben. Zwanzig Jahre sollte er bei guter Pflege sicherlich halten.
Was macht ihn so robust?
Marc Spielmann: Einerseits spielt das Material eine Rolle, aus dem der Unterzug gefertigt ist. Damit ist die Mittelschicht des Parketts gemeint. Andererseits ist die Deckschicht entscheidend. Sie besteht aus 98 Prozent reinem Holz. Unterschiedliche Strukturen und eine gezielte Farbgebung machen das Material zu einem langlebigen und robusten Bodenbelag.
Haben Sie einen Lieblingsboden?
Marc Spielmann: Ja, den habe ich. Das Produkt heisst «Reunion» und ist bei Sabag erhältlich. Der Boden verkörpert in meinen Augen alles, was ein Parkett ausmacht: absolute Rustikalität, nicht auf Perfektion bedacht. Das ganze Bild ist durch Hobelschläge geprägt, mit tiefen Rissen. Der pure Charakter des Holzes kommt zum Vorschein. Das gefällt mir persönlich sehr.


Welcher Keramikboden liegt aktuell im Trend?
Franziska Bürki, Produktmanagerin Keramische Platten bei Sabag: Der Trend liegt nach wie vor klar bei Steinoptiken, zum Beispiel Quarzstein, Schieferoptik oder Marmor. Die gewünschte Optik wird mittels Inkjet-Printverfahren auf die Keramik übertragen. Matte und glänzende Oberflächen stehen zur Auswahl. Auch Korkoptik liegt im Trend. Nebst Braun überzeugen auch Grautöne wie Anthrazit. Wir beobachten, dass der öffentliche Sektor grundsätzlich offener auf neue Designs reagiert als Privatkunden. Diese brauchen länger, um sich auf Neues einzulassen. Bei der Nachfrage stellen wir ausserdem regionale Unterschiede fest: Unsere Filiale in Genf verkauft mehr Hochglanz als die Deutschschweiz, oftmals kombiniert mit Goldarmaturen. Hier mögen wir es bodenständiger.
Welche Faktoren beeinflussen die Bodenauswahl?
Franziska Bürki: Wenn man ein Haus baut, kauft man nach einigen Jahren vielleicht einen neuen Tisch oder investiert in die Küche. Ein Boden jedoch begleitet uns oft ein Leben lang, deshalb sollte die Auswahl gut überlegt sein. Der Gestaltung sind keine Grenzen gesetzt. Unterschiedliche Formate können miteinander kombiniert und an den Wohnstil und die Raumgrösse angepasst werden. Im Bad achten wir auf trittsichere Platten. Der Boden bietet das Fundament für das tägliche Leben – auf ihm wird alles abgestellt.
Wie langlebig ist ein Plattenboden?
Franziska Bürki: Keramik ist ein äusserst langlebiges Produkt. Platten in Bädern und Küchen aus den 70er- oder 80er-Jahren sind heute noch intakt, nur sind sie nicht mehr zeitgemäss. Aus dem gleichen Material wurden früher Sitzöfen hergestellt, die Jahrzehnte hielten.
Was macht ihn so robust?
Franziska Bürki: Der Brennprozess macht Keramik zu einem starken Produkt. Eine Bodenplatte ist im Schnitt 50 bis 90 Minuten im Rollenofen. In diesem herrschen in der Mitte 1300 Grad. Das Produkt verdichtet sich bei dieser Temperatur und die Oberfläche schliesst sich vollständig.
Haben Sie einen Lieblingsboden?
Franziska Bürki: Ich würde einen eleganten Boden wählen – am liebsten etwas halb Glänzendes. Die Kreuzfugenverlegung gefällt mir gut, weil sie dem Raum eine klare Struktur gibt. Dazu kombiniere ich Holzmöbel, um einen spannenden Stilbruch zu schaffen.
Inspirationen für Bodenbeläge gibt es in der Ausgabe 4/25 vom Magazin HÄUSER MODERNISIEREN.
Interview: Adrienne Brehm
aus dem Magazin: Häuser modernisieren, Zeitschrift Nr. 4/2025