Hightech auch für betagte Gemäuer

Einen Altbau mit intelligenter Technik auszustatten, ist nicht so kompliziert, wie viele denken. Mit guter Planung und den richtigen Komponenten lässt sich auch in einem älteren Haus mehr Sicherheit, Energieeffizienz und Komfort erzielen.

Mit smarten Heizkörper- und Raumthermostaten lässt sich die gewünsch­te Zimmertemperatur exakt einstellen. www.homepilot-smarthome.com

Mit smarten Heizkörper- und Raumthermostaten lässt sich die gewünsch­te Zimmertemperatur exakt einstellen. 

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Alte Heizkörperthermostate lassen sich leicht durch intelligente ­ersetzen. www.homepilot-smarthome.com

Alte Heizkörperthermostate lassen sich leicht durch intelligente ­ersetzen. 

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Ein Einbrecher drang in ein Hotel ein. Der Besitzer war im Urlaub, ertappte den Ganoven aber dennoch auf frischer Tat. Wie das geht? Der Hotelinhaber hatte Überwachungskameras installiert und hatte dank Vernetzung aus der Ferne Zugriff darauf. Als er den Täter bemerkte, alarmierte er die Polizei, die den Eindringling dingfest machte.

Schweizer zunehmend aufgeschlossen 
Smarthome-Technologie ist keine Spielerei, sondern bringt einen konkreten Nutzen – mehr Sicherheit, mehr Komfort und weniger Energieverbrauch. Diese Vorzüge findet allmählich auch die Schweizer Bevölkerung attraktiv. Wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov ergab, benutzen bereits 16 Prozent Smarthome-Komponenten und weitere 34 Prozent gaben an, dies zukünftig zu planen. Gefragt sind insbesondere Lösungen für Beleuchtung, Heizung und Sicherheit. Auch Anwendungen wie Sprachassistenten für die Unterhaltungselektronik, steuerbare Rollläden und medizinische Geräte wurden genannt.

Zur Auswahl stehen verschiedene Möglichkeiten, wie man das Eigenheim intelligent macht. Es gibt Systeme, die auf Datenleitungen basieren. Andere funktionieren mit Funk. Und drittens gibt es die Variante, die die Stromleitung als Medium zur Datenübertragung nutzt. Allen Systemen gemeinsam ist, dass sie einen Server als Zentrale haben, der die übertragenen Daten, zum Beispiel von einer Wetterstation oder einer Überwachungskamera, auswertet und entsprechende Befehle an die Systemkomponenten sendet. 

Mit dem Elektroplaner alle Installationen besprechen 
Wer ein Haus smart sanieren möchte, nimmt am besten mit einem Planer zu Beginn eine Bestandsanalyse vor und legt fest, was alles modernisiert werden soll. Ein wichtiger Punkt ist die Elektroinstallation: In vielen älteren Häusern sind noch alte Leitungen und Steckdosen installiert, die angesichts der Vielzahl an elektrischen und elektronischen Geräten schnell an ihre Grenzen kommen. Deshalb hat der Fachverband Electrosuisse das Merkblatt «Gefährliche Elektro-Installationen im Altbau» herausgegeben und warnt, dass überalterte Elektroinstallationen immer wieder zu schweren Unfällen und Bränden führen. In vielen Häusern besteht sowieso Modernisierungsbedarf bezüglich der Elektrik. Deshalb sollten Eigentümer eine Fachperson nach der Möglichkeit fragen, das Haus mit intelligenter Technik auszustatten. Bei der Sanierung der Elektrik werden meist neue Leerrohre durch Wände und Decken gezogen. Bei rechtzeitiger Planung könnten diese Leerrohre ausser für Stromkabel auch für Datenleitungen eines Smarthome-Systems genutzt werden. Kabelgebundene Smarthome-Systeme gelten als sicherer und zuverlässiger als Funklösungen. Am bekanntesten ist das KNX-System, das den Vorzug hat, dass Hausbesitzer nicht an einen Hersteller gebunden sind, sondern aus einer Vielzahl von Produkten wählen können. 

Wer die Elektrik nicht erneuern muss, wird eher auf ein Funksystem zurückgreifen. Denn hierfür müssen für die Installation keine Wände aufgeschlitzt werden. Das Problem: Es gibt sehr viele Anbieter, deren Produkte untereinander nicht immer kompatibel sind. Manche Hersteller kochen ihr eigenes Süppchen («proprietäre Systeme»), andere arbeiten mit einem bestimmten Funkstandard wie Zigbee, Z-Wave oder Enocean. Vor allem günstige Systeme sind häufig proprietär und geschlossen. Sie lassen sich dann oft nicht mit Produkten anderer Hersteller kombinieren. Sinnvoller ist es, in Systeme zu investieren, die auf offenen Standards basieren. In leistungsfähigeren Systemen lassen sich in der Regel auch die Komponenten Amazon Alexa, Apple Home und Google Assistant einbinden, sodass das intelligente Zuhause auch über Sprachbefehle bedient werden kann. Seit wenigen Jahren hat sich der Meta-Standard Matter etabliert. Er hat zum Ziel, die verschiedenen Funkstandards zu bündeln, sodass Komponenten aus unterschiedlichen Systemen miteinander kommunizieren können. 

Wer sich noch unsicher ist, welche Hausfunktionen smart bedient werden sollen, kann beruhigt sein. Die Systeme sind modular aufgebaut. Das heisst, Funktionen können zu einem späteren Zeitpunkt ergänzt werden. Viele Anbieter setzen auf das Prinzip «Plug-and-play» und gestalten ihre Systeme so, dass Anwender sie selbst installieren und in Betrieb nehmen können. Doch bei komplexeren Anforderungen ist es trotzdem ratsam, eine Smarthome-Fachperson für die Planung und Ausführung der Arbeiten zurate zu ziehen.

Die «Yubii Home»-App ermöglicht die zentrale Steuerung aller ­smarten Geräte im Haus www.meimo.ch

Die «Yubii Home»-App ermöglicht die zentrale Steuerung aller ­smarten Geräte im Haus. 

Meimo

Mit einem Tastendruck auf den Push-Control-Button werden alle Lichter ausgeschaltet und der Status der Fenster überprüft. www.meimo.ch

Mit einem Tastendruck auf den Push-Control-Button werden alle Lichter ausgeschaltet und der Status der Fenster überprüft. 

Meimo

Auch das Home-Entertainment lässt sich ins Smarthome-System einbinden, hier der Server «Gira X1» mit Komponenten von Sonoro. www.gira.ch

Auch das Home-Entertainment lässt sich ins Smarthome-System einbinden, hier der Server «Gira X1» mit Komponenten von Sonoro. 

Gira

Der «WiZ»-Kontaktsensor kann an Türen und Fenstern platziert werden kann und sendet Push-Benachrichtigungen an die App, sobald diese geöffnet werden. www.signify.com

Der «WiZ»-Kontaktsensor kann an Türen und Fenstern platziert werden kann und sendet Push-Benachrichtigungen an die App, sobald diese geöffnet werden. 

Signify

Mehr Informationen zum Thema Haustechnik gibt es in der Ausgabe 4/25 vom Magazin HÄUSER MODERNISIEREN.

Text: Joachim Hoffmann
aus dem Magazin: Häuser modernisieren, Zeitschrift Nr. 4/2025

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